Auf Spurensuche.
Mai 9th, 2008 by Joannis
Neulich schrieb mir ein Kollege : ” Ich wünschte mir, daß mehr Griechen so oder ähnlich arbeiten würden. So hätte die griechische Gastronomie ein höheres Ansehen und die Chefs müssten sich nicht immer anhören, wie toll die Italiener sind….”. Natürlich läuft mir so ein Lob runter wie Öl, keine Frage, und wenn es sich dann noch um einen “besternten” Kollegen handelt - um so schöner. Auch wenn wir uns jetzt nach einigen Jahren harter Arbeit ein gewisses Standing verschafft haben, ist es immer noch schwer jeden Tag die Menschen zu überzeugen, daß griechische Küche aus mehr besteht als Fett und Knoblauch. Mit griechischer Küche assoziiert man gerne viel Fleisch auf dem Teller, dazu ein Krautsalat und eine gehörige Portion Tzatziki… wenn es nur recht üppig ist und billig. Und dann den Bauernsalat nicht zu vergessen, den man sich gerne auch als Hauptgericht bestellt, der Kellner bringt ja auch ausreichend Brot, da wird man schon satt…
In den letzten Jahrzehnten haben andere Länder-Küchen den Sprung an die Spitze der Gäste-Gunst geschafft. Mal ganz abgesehen von den Italienern scheint selbst die letzte Asia-Kneipe in Hintertupfingen und der bis in die späte Nacht geöffnete Cevapcicí-Grill der Großstadt einen Image-Vorsprung zu haben… Gerne werden abgeschlossene Räumlichkeiten beim “Griechen um die Ecke” als billiger Vereinstreff genutzt, bestellt wird ein kleines Wasser, dies reicht dann für 3 Stunden. Und den Ouzo vorneweg gibt’s ja auch noch gratis…Zugeben muß ich, daß sich in der Gastronomie natürlich auch viele Ungelernte tummeln, aber die gibt es in jeder Art und auf fast jedem Niveau von Restaurants. Nur weil ein Schild einer Vereinigung am Eingang oder die Urkunde irgendeiner Publikation im Gang hängt, besteht noch keine Gewähr auf ein befriedigendes Genuß-Erlebnis. Auch ellenlange Speisekarten und rumsvolle Speisesäle sind kein Indiz für Qualität. Zu ersterem schrieb MANFRED KOHNKE vom Gault Millau im Jahr 2007 : ” Ein Koch kann guten Gewissens nur noch Produkte verwenden, deren Lieferanten er vertrauen darf … wir Gäste dürfen im Restaurant keine alles umfassende Speisenkarte mehr erwarten, sondern nur Gerichte aus vermutlich wenigen Produkten…dann werden die Menus wohl kleiner, was ja auch gut tut…” Dem kann ich nur zustimmen.






