Über den Tellerrand hinaus
Jul 14th, 2010 by Joannis
Es ist durchaus möglich durchs Leben zu gehen und nichts anderes als die bekannten Lebensmittel zu essen, immer die gleichen Bücher von den üblichen Bestseller-Autoren zu lesen, oder Werke des gleichen Komponisten zu hören. Bei all der großen Freude und Begeisterung für die immer gleichen Dinge ist die stetige Wiederholung für viele keine schlechte Sache. Ebenso sind viele Menschen damit zufrieden, immer nur die bekannten Weine zu trinken. Zum Beispiel die viel gerühmten Etiketten-Trinker. Warum nicht? Diese immer wieder zu befriedigen haben die Produzenten in der ganzen Welt in den letzten Jahren wohl gelernt und zur Perfektion getrieben. Sie konnten die Sehnsucht nach dem Vertrauten nutzen und pflanzten ( auch im Remstal ) viel Cabernet, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Und dies unabhängig von den vorherrschenden Traditionen, um einen globalen Markt zu befriedigen und um noch mehr Kunden anzusprechen. Ich verstehe diesen Gedanken sehr wohl, doch die Welt des Weines hat doch sehr viel mehr zu bieten …
Für jemanden, der wirklich neugierig auf die glorreiche Auswahl der Weinwelt ist, ist es in diesem Jahrzehnt ein Leichtes ein Weinliebhaber werden. Nie zuvor hat eine so große Vielfalt an Weinen zur Verfügung gestanden. Viele Weine sind aus fremdländischen Trauben, angebaut in unbekannten Orten und sie bieten ein spannendes Trinkvergnügen für alle, die begierig nach neuen Erfahrungen suchen. Aus scheinbar kolossalen Tiefen des Weinkosmos hat sie der ein oder andere schon entdeckt. Dabei sind diese ungewohnten Weine eigentlich überhaupt nicht neu. Viele von ihnen, entspringen langer Tradition und man kann ihre Herkunft über Jahrhunderte zurückverfolgen. Leider ist in einigen Fällen diese Tradition kaum bekannt. Das Überleben der Vielfalt, die wir jetzt genießen können, hängt zum großen Teil vom Verständnis für diese wenig bekannten Trauben und Weine ab.
Es mag sein wie es will, hier sind einige Rebsorten, die die Grundlage dieser wunderbaren Weine sind und unerschrockene Forscher belohnen werden.
ASSYRTIKO, eine weiße Traube von der vulkanischen Insel Santorin in der Ägäis. Meist trocken, herrlich mineralisch, ein großartiger Wein zur Begleitung von Meeresfrüchten. Ein wahres Wunderwerk des Mittelmeeres. Es lohnt sich diesen Wein zu erkunden. Sehr gute weitere griechische Weißwein-Rebsorten sind MOSCOFILERO und RODITIS. Die Top-Winzer: GAIA, SIGALAS
und HATZIGIANNIS.
BLAUFRÄNKISCH, eine rote Traube vor allem aus der Region des östlichen Burgenlandes in Österreich. Bei den besten Winzern bekommt man herrlich pikante Weine, die den Schmelz des Pinot Noir und die Würze des Syrah kombinieren.
FRAPPATO, aus dem Südosten Siziliens. Schöne, frische und lebendige Weine,
Leckere, unkomplizierte Rotweine, und wenn sie gekühlt werden, machen sie auch im Sommer Spaß. Wenn Frappato mit Nero d’Avola in die Flasche gefüllt wird, ergibt das den etwas substanzreicheren Cerasuolo di Vittoria, der sich wunderbar mit einem breiten Spektrum an Speisen kombinieren läßt. Arianna Occhipinti, COS und Valle dell’Acate.
FURMINT, nicht zu verwechseln mit FUMIN, ist die große weiße Traube aus Ungarn. Sie ist die entscheidende Komponente in den oppulenten süßen Weinen Tokaji Aszu und wird zunehmend als trockenr Wein mit reichen und komplexen Texturen und floralen Aromen ausgebaut. Kiralyudvar, Royal Tokaji, Dobogó, Oremus und Disznoko.
ROMORANTIN, eine alte Rebsorte aus der Touraine, kann durchaus saftige Weißweine hervorbringen, die eine perfekte Balance zwischen scharfen und gerundeten Zitrusfrüchtearomen, floralen Elementen und Honig Aromen bieten. François Cazin
Dies soll nur eine kleine Auswahl sein, einkleiner Denkanstoß. Da gäbe es z.B. noch SAVAGNIN aus dem Jura oder den KERNER …






