Romano Levi
Jun 17th, 2008 by Joannis
Der berühmte Schnapsbrenner ROMANO LEVI ist im Alter von 80 Jahren gestorben.
Bis in die sechziger Jahre war die Brennerei Levi eine unter vielen im PIEMONT…mit 17 übernahm er das Zepter, nach dem frühen Tod seines Vaters, der die Grappabrennerei aufgebaut hatte, und dem Tod seiner Mutter in den letzten Kriegstagen. Aus Nebbiolo, Dolcetto und Barbera wurde und wird der hochprozentige Schnaps hergestellt. Aber erst als er anfing, handgemalte Etiketten für seine Flaschen zu zeichnen, wurde er berühmt und sein Grappa und er zum Kult. Der König der Grappaioli…
Schnaps ist Schnaps…das kann nur sagen, wer Romano Levis Grappa nicht kennt. Jede der begehrten Flaschen ist ein Kunstwerk der Destillierkunst. Levis akribische Art zu Brennen, das eigenhändige Abfüllen, das einzigartige Etikettieren erforderten viel Zeit und erlaubten nur minimale Mengen. Folglich waren seine Flaschen die gesuchtesten - und werden es jetzt erst recht - und viele werden ihre Flaschen wohl nie öffnen…aber das wäre schade, denn ihnen entgeht ein Genuß. Niemand weiß, wieviele Besucher in NEIVE aus den kleinen Gläschen probiert haben - wenn Sie empfangen wurden - aber alle waren begeistert von dem, was hier aus den Preßrückständen der Winzer vergeistigt wurde. Im nachhinein weiß ich nicht so recht, wie sehr man sich über Levis Erfolge freuen sollte…denn außer den vielen Privatleuten gaben sich auch Journalisten, Gastronomen und Händler die Klinke in die Hand. Und alle wollten etwas mitnehmen. Der Grappa-Boom überrollte den zurückhaltenden Levi in seiner Via Settembre XX, und die geringen Quantitäten waren Gastronomen und Händlern versprochen. Die Destillate zeichnet vor allem eines aus: Individualität. Kein Einheitsgeschmack. Keine Lohndestille für Winzer, und die Anwendung neuer Techniken wäre der Orginalität auch alles andere als förderlich gewesen. Levi arbeitete mit einer Hingabe und einem Engagement, die beinahe so anachronistisch wirkte wie seine Geräte…
P.S. Es gibt ein schönes Buch über Levi: “Le Etichette di Romono Levi”, zu beziehen über BUCHGOURMET, Köln.







[…] Romano Levi […]