Wein bestellen wie ein Profi
Jan 26th, 2012 by Joannis
Tja, nur noch wenige Tage bis Valentinstag… und es ist wahrlich nicht überraschend: Die Angebote der Gastronomie überschlagen sich. Wie alle mehr oder wenigen glücklichen Paare die auf der Suche nach Romantik sind, ist es ganz gut, wenn man bei der Weinauswahl versucht James Bond nachzueifern als den Jacques Clouseau zum Besten zu geben… und wenn Sie nicht zum Lager der Romatinker gehören, werden meine Vorschläge vielleicht helfen, einmal ein Tal der Trauer mit etwas Alkohol zu durchschreiten.
Die Weinauswahl
1. Seien Sie nicht zu stolz den Sommelier um Hilfe zu bitten. Dies ist nichts anderes, als nach dem Weg zu fragen wenn Sie sich verirrt haben. Und wenn ein massiver Weinwälzer auf den Tisch hingeknallt wird, sind Sie vielleicht froh über etwas Führung, es sei denn, Sie sind darüber glücklich endlose Zeilen zu lesen, während Ihre Begleitung sich mit dem Tischnachbarn unterhält.
2. Reden Sie offen über Ihr Budget… Glauben Sie mir, Sommeliers und Gastronomen sind zumeist nicht darauf aus Ihnen das letzte Hemd aus der Tasche zu ziehen. Also, keine Angst um Ihr Preislimit. Zeigen Sie Flagge bei der Frage um eine Weinempfehlung. Dies gibt Ihrem Sommelier die Richtung und zeigt ihm, wieviel Sie bereit sind für eine Flasche auszugeben.
3. Wenn Sie in ein Restaurant gehen das eine Weinkarte bietet, aber kein kompetentes Personal, dann empfehle ich Ihnen die Auswahl eines Weines aus einer Region und Stil den Sie vielleicht schon einmal vorher genossen haben. Wenn Sie z.B. südafrikanischen Shiraz mögen, diesen aber nicht finden können, sei es aus Mangel oder er ist Ihnen zu teuer, versuchen Sie doch einen anderen Rotwein aus einem warmen Klima, z.B. einen Aussie Shiraz.
4. Betreiben Sie etwas Nachforschung. Fast jeder Wein ist heutzutage Online in diversen Berichten, Blogs oder Verkostungen nachzulesen. Und Ihr Smartphone haben Sie doch dabei?
Die Vekostung
5. Schauen Sie sich die Flasche an wenn sie Ihnen vom Sommelier vorgestellt wird. Sie werden sich wundern, wie oft eine Flasche Rotwein von einem Gast genehmigt wird, nur um nach dem ersten Einschenken der Einwand aufkommt, man hätte gedacht, man hätte einen Weissen bestelt… Die Preise können auch von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedlich sein. Also schauen Sie nochmals gründlich über das Etikett, um sicherzustellen, Sie bekommen auch das was Sie im Sinn hatten. Sie müssen nicht noch das Kleingedruckte lesen, aber Fehler und Missverständnisse geschehen auf beiden Seiten, so daß ein nochmaliger prüfender Blick auf die Flasche nichts Verwerfliches ist.
6. Wenn man Ihnen den Korken übergibt, werfen Sie einen Blick darauf um zu sehen, dass der Name auf dem Korken zu dem Namen auf der Flasche passt. Dann legen Sie ihn beiseite und gehen zu der Verkostung über.
7. Nehmen Sie einen kleinen Schluck. Zunächst halten das Glas an seinem Stiel und versuchen es ein wenig zu schwenken. Wenn Sie meinen dies nicht unfallfrei tun zu können, überspringen Sie die Prozedur und gehen sofort zum Riechen über. Wenn Sie nichts riechen können was Ihnen missfällt, dann genehmigen Sie sich einen Schluck. Wenn Sie nichts schmecken was Ihnen unangenehm ist, dann bestätigen Sie dem Sommelier Ihre Wahl und gehen wieder zu Ihrem Tischgespräch über.
8. Ihre Tischgäste bekommen ihre Gläser gefüllt, bevor der Sommelier Ihr Glas einschenkt. Dies geschieht aus der Überlegung, dass man als Gastgeber will, daß sich seine Gäste wohl fühlen, wertgeschätzt werden und Willkommen geheißen werden. Rufen Sie nicht nach dem Kellner, daß er Ihnen nicht ein volles Glas eingeschenkt hat. Dies macht er wahrscheinlich auf seinen Weg zurück um den Tisch. Es sei denn, er hat Sie wirklich vergessen - dann stehen Sie bitte auf, gehen zum Sommelier und machen ihn zur Minna…
9. Einige Restaurants stellen den Wein abseits des Tisches. Dies geschieht damit Sie mehr Raum am Tisch haben. Es ist ein Detail für feinen Service.
10. Sofern Sie glauben, der Sommelier hat alles getan um den Abend unvergleichlich machen, ist es normalerweise nicht notwendig, dem Sommelier ein extra Trinkgeld zu geben. Das ist sein Job…






