Salzburger Nockerl
Jan 16th, 2008 by Joannis
Mein Gott, tickt diese Welt noch richtig? Eigentlich möchte ich mich vor dem Fernseher entspannen, vielleicht in Ruhe die Nachrichten oder Dittsche anschauen - und da legen die Damen und Herren Programmmacher im Januar richtig los. Nicht nur die unsägliche Dschungelsaga mit dem kleinen Dicken und der drallen Blonden geht mir auf die Nerven, Pro Sieben beglückt uns mit dem Genie Uri Geller…da war doch mal was? Ja, genau der, mit dem Löffel…
In der Show “The Next Uri Geller” werden doch tatsächlich Zauberer und Scharlatane als Menschen mit übersinnlichen Kräften verkauft! Für parapsychologische Phänomene scheint die Menschheit empfänglich zu sein. Wo hat es Geller nicht überall probiert. Zum Beispiel in seiner Heimat Israel wurde er entlarvt, als er einen Magnet hinter seinem Ohr anbrachte und mit angestrengter Miene einen Kompass beeinflusste. Die Krönung in der ersten Folge war aber ein Schweizer, der von sich behauptete, er könne mittels eines Raben Kontakt zum Jenseits aufnehmen. Sinnigerweise nennt er sich Vincent Raven…da dreht sich mir der Magen um…
Da mache ich doch lieber Salzburger Nockerl… ist zwar auch nur heiße Luft, die oft für viel Geld verkauft wird. Aber als Konsument hat man wenigstens was davon. Wenn sie gut gemacht sind.
In die Auflaufform Preiselbeeren geben. Sechs Eier, fünf Eigelb, 50 Gramm Vanille- und 50 Gramm normaler Staubzucker. Dazu je ein Esslöffel Stärke und Mehl. Das war’s. Während die Eigelbe zur Seite gestellt werden, die Eiweiße mit dem Zucker zu Schnee schlagen. Hier liegt eine oft unterschätzte Schwierigkeit: Oft “überschlägt” man den Eischnee, das schadet der Stabilität der Nockerl. Der Schnee muss noch ein bißchen schmierig sein. Auch die Eigelb werden leicht angeschlagen und mit Stärke und Mehl verrührt. Das Eigelbgemisch mit dem “schmierigen” Schnee unterheben und mit einer Teigkarte drei Nockerl in die Form setzen. Sie sollen die drei Salzburger Hausberge versinnbildlichen: den angrenzenden Mönchsberg, den Kapuzinerberg und den Gaisberg. Im vorgeheizten Backofen dauert es bei 200 Grad etwa sieben bis elf Minuten, bis sich die Nockerl golden färben. Die Spitzen sollten leicht gebräunt sein, während das Innere noch cremig sein muss. Wenn die Preiselbeersauce in der Schale leicht kocht, zeigt das, dass auch von unten genug Hitze kommt. Die fertigen Nockerl werden dann mit Staubzucker bestreut und mit Himbeersauce ofenfrisch serviert.
Übrigens: Bei Gesellenprüfungen können sie unter Umständen Panikattacken auslösen, weil ihre Zubereitung angeblich so schwierig ist…






