Neulich im Restaurant…
Feb 17th, 2009 by Joannis
Wie an den meisten freien Tagen enden die Gespräche zum Mittags-Kaffee eigentlich immer mit der selben Frage : “Konstantin, sollen wir heute Abend lieber zu Hause bleiben oder gehen wir in die Wirtschaft?” Gut, diese Frage ist mehr oder weniger rethorischer Natur - wenn es nach ihm gehen würde, würde uns unser großer Olivenholz-Esstisch am Wochenende nie sehen…aber gestern hat der Junior noch einen drauf gepackt. Im Restaurant angekommen, noch nicht einmal richtig hingesessen…”Ich hätte aber gerne auch eine Vorspeise!” mault er gleich los. “Jetzt setz dich erst mal ruhig hin und entspann dich” sag ich, “dann sehen wir weiter.” Wie in so vielen Gaststätten gab es auch hier eine Kinderkarte…à la Schnitzel “Pinocchio” und Spätzle “mit roter Soß” etc… warum eigentlich nehmen die Gastgeber Ihre jungen Gäste nicht für voll ? Will jedes Kind Schnitzel oder Maultaschen ? Scheinbar ja. O.K. Ach ja! Er wollte ja eine Vorspeise…nachdem es eine Buchstabensuppe im Angebot gab, war er gleich Feuer und Flamme. Danach half er seinem alten Vater bei einer riesigen Portion Seezunge… dieselbige war nicht schlecht. Konstantin kann mit seinen 6 Jahren problemlos 2-3 Stunden im Lokal RUHIG sitzen…und er hat vor fast keinem Lebensmittel irgendwelche Berührungsängste…da half die frühe Schulung….
Und zum Beobachten und unfreiwilligen Zuhören an Nebentischen kamen wir auch noch. Rechts der “KNICKER”…man hörte mal wieder den typischen Satz : “Von dem Geld kann ich zu Hause drei Wochen essen!” Er ist unter Frauen und Männern gleichermaßen zu finden, der Typ, der statt auf die Speisen als erstes auf die Preise sieht. “Seezunge mit Lachs” flüsterte er, “21 Euro”. Oder : ”Bei uns im Supermarkt bekomme ich zwei Schnitzel für 5 Euro”. Der Knicker wäre nur halb so lästig, würde er nur knickrig reden wenn er bezahlen muß. Er muß allerdings nie zahlen, weil er nie in ein besseres Restaurant einlädt. Und das Beste : Er mahnt auch als Eingeladener zum Maßhalten.
Und auf der linken Seite ? Die ”VERWEIGERIN”… Sie sagte oft und laut : “Das mag ich aber nicht !” Mit Argusaugen durchpflügte sie die Speisekarte, immer gegenwärtig, auf eines der vielen Allergene zu stoßen. ” Knoblauch, oh Gott, das bringt mich um…Hummer vertrage ich nicht…..Kalbsleber habe ich schon als Kind gehaßt….Wild schmeckt doch soooooo kräftig…” Ihr ging es um die Demonstration, daß sie etwas nicht mag. “Seht her, ihr Allesfresser, wie wählerisch ich sein muß, weil ich so sensibel bin.”
Konstantin ist davon noch weit entfernt….Gott sei Dank!






